Trainingsbelastung ohne Wearables messen (sRPE × Minuten) + kostenlose Vorlage

Autor Athlog Team

Die meisten Coaches brauchen weder ein Labor noch einen Stapel Wearables, um Trainingsbelastung gut zu überwachen.

Sie brauchen eine Methode, die das ganze Team konsequent anwenden kann.

Diese Methode ist simpel:

Session Load = sRPE × Minuten

  • sRPE = Anstrengungsbewertung der Einheit durch den Athleten (1–10)
  • Minuten = Gesamtdauer der Einheit

Wenn du das nach jeder Einheit erfasst, erkennst du riskante Belastungssprünge, steuerst die Progression und kommunizierst klarer — auch in gemischten Teams mit knappem Budget.


Warum sRPE × Minuten im Coaching-Alltag funktioniert

Wearables können nützlich sein. In der Praxis stossen viele Teams aber auf dieselben Probleme:

  • nicht jeder Athlet hat dasselbe Gerät
  • die Datenqualität schwankt je nach Sportart und Kontext
  • die Compliance sinkt mit der Zeit
  • Dashboards werden unübersichtlich und liefern kaum handlungsrelevante Erkenntnisse

sRPE × Minuten löst das, weil die Methode einfach, günstig und sportartunabhängig bleibt.

Du kannst sie im Laufsport, Fussball, Basketball, Schwimmen, in Racketsportarten und im allgemeinen Team-Conditioning einsetzen.


Die Formel (und ein kurzes Beispiel)

Session Load = sRPE × Minuten

Beispiel:

  • Dauer der Einheit: 75 Minuten
  • sRPE des Athleten: 6/10
  • Session Load: 450 AU (Arbitrary Units)

Eine einzelne Einheit sagt wenig aus. Der Wert entsteht, wenn du Trends täglich und wöchentlich verfolgst.


Eine praxistaugliche sRPE-Skala, die Coaches standardisieren können

Verwende im ganzen Team eine klar verankerte Skala von 1–10:

  • 2–3: sehr leicht / regenerativ
  • 4–5: leicht bis moderat
  • 6–7: hart, aber kontrolliert
  • 8: sehr hart
  • 9–10: maximal / wie im Wettkampf

Für konsistentere Werte fragst du das sRPE 15–30 Minuten nach der Einheit ab — nicht direkt im Ziel, wenn die Emotionen am höchsten sind.


Die minimale Vorlage, die du wirklich brauchst

Du kannst das in einem Spreadsheet, einem geteilten Formular oder direkt in Athlog umsetzen.

Erfasse diese Spalten:

  1. Datum
  2. Athlet
  3. Art der Einheit (optional, aber nützlich)
  4. Minuten
  5. sRPE (1–10)
  6. Session Load (automatisch = Minuten × sRPE)

Ergänze dann wöchentliche Auswertungen:

  • 7-Tage-Gesamtbelastung
  • Rollierender 4-Wochen-Durchschnitt
  • Veränderung gegenüber Vorwoche (%)

Das reicht, um schnell bessere Entscheidungen zu treffen.


Wie du Belastungstrends interpretierst, ohne überzureagieren

Einzelne Tagesspitzen kommen vor. Gutes Coaching zeigt sich in der Mustererkennung.

Grünes Muster

  • Belastungsveränderung von Woche zu Woche bleibt ungefähr in einem handhabbaren Rahmen
  • Wellness- und Schmerzsignale des Athleten sind stabil

Massnahme: beim Plan bleiben.

Gelbes Muster

  • Belastung steigt seit 1–2 Wochen schnell an
  • ein oder zwei Erholungsmarker driften ab (Schlaf, Muskelkater, Stimmung)

Massnahme: Trainingsabsicht beibehalten, Umfang um 15–30 % reduzieren, Erholungsroutinen straffen.

Rotes Muster

  • starker Belastungssprung plus sich verschlechternder Wellness- oder Schmerztrend
  • Ermüdung, die sich über mehrere Tage aufbaut

Massnahme: mechanischen Stress reduzieren, auf Regeneration/Technik umstellen, nach 24 Stunden neu bewerten.

sRPE ist kein Diagnoseinstrument. Es ist ein Frühwarnsignal und eine Entscheidungshilfe.


Typische Fehler, die das System kaputt machen

  • Kein Standard, wann das sRPE gemeldet wird
  • Die Skalenbeschreibung jede Woche ändern
  • Belastung erfassen, aber den Wellness-Kontext ignorieren
  • Ehrliche Berichte über hohe Ermüdung bestrafen
  • Die Vorlage zu früh zu kompliziert machen

Das beste System ist das, das Athleten tatsächlich ausfüllen.


14-Tage-Einführungsplan für Coaches

Tage 1–3

  • Stelle dem ganzen Team die sRPE-Anker vor.
  • Erkläre, warum ehrliches Berichten die Trainingsqualität verbessert.

Tage 4–7

  • Erfasse nach jeder Einheit Minuten + sRPE.
  • Prüfe die Compliance täglich und beseitige Hürden sofort.

Tage 8–14

  • Werte die 7-Tage-Belastung und die Veränderung zur Vorwoche aus.
  • Kombiniere Belastungstrends mit Schlaf, Muskelkater, Stimmung und Schmerzen.
  • Passe den Trainingsumfang an, wo nötig.

Nach zwei Wochen ist deine Signalqualität bereits hoch genug für bessere Belastungsentscheidungen.


Struktur der kostenlosen Vorlage (Copy/Paste)

Verwende diese Kopfzeile in einem beliebigen Spreadsheet:

Datum | Athlet | Art der Einheit | Minuten | sRPE (1-10) | Session Load | 7-Tage-Belastung | 28-Tage-Schnitt | Veränderung zur Vorwoche % | Notizen

Wenn du es noch schlanker halten willst, starte nur mit den ersten sechs Spalten.


Wo Athlog hilft

Athlog vereint Session-Load-Erfassung, tägliche Wellness-Check-ins und die Kommunikation zwischen Coach und Athlet in einem Workflow.

Das heisst, du kannst:

  • sRPE × Minuten in Sekunden erfassen
  • Trends auf Athleten- und Teamebene sehen
  • Belastung mit Readiness-/Erholungssignalen kombinieren
  • Spreadsheet- und Messaging-Chaos vermeiden

Fazit

Du brauchst keine Wearables, um Belastung gut zu steuern.

Du brauchst eine konsistente Methode, ehrliche Rückmeldungen der Athleten und einfache Entscheidungsregeln.

Starte mit sRPE × Minuten, halte die Vorlage schlank und konzentriere dich auf Trends — nicht auf Rauschen.

Setze das mit Athlog in die Praxis um

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